Der Himmel im Mai 2026
Der Sternenpodcast Mai 2026
Ihr Audioguide für die Sterne. Ob zuhause mit der Sternkarte oder unterwegs unter freiem Himmel - wir führen Sie zu den interessantesten Sternbildern und Himmelsereignissen – jeden Monat neu und kostenlos.
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Dieser Podcast des Planetarium Hamburg wird Ihnen in Zusammenarbeit mit dem Hamburger Abendblatt präsentiert - mit freundlicher Unterstützung unserer Audio-Partner Prime Time Studios und Audio Consulting Group.
„Blumenmond“ zum ersten Mai
Am 1. Mai prangt der prächtige „Blumenvollmond“ am Himmel. Manche bezeichnen ihn auch als „Wonnemond“ – passend zum „Wonnemonat“ Mai. „Der Begriff ‚Wonne‘ stammt aus dem Mittelhochdeutschen und wurde früher als Ausdruck für Freude verwendet. Und zu dieser bietet die erwachende Natur im milden Mai jede Menge Anlass“, schmunzelt Dr. Voss, Direktor des Planetarium Hamburg. „Eine astronomische Bedeutung hat der Begriff nicht. Ebenso wenig der Name ‚Blumenmond‘. Dieser stammt von nordamerikanischen Naturvölkern, die sich von den vielen frisch erblühten Blumen inspirieren ließen.“
Kurz darauf, in der Nacht vom 3. auf den 4. Mai, trifft der Mond den rötlich funkelnden Antares. Es ist der Hauptstern und das „Herz“ des Skorpions. Leider entgeht uns die volle Pracht des hübschen Sommersternbilds. Denn hierzulande entziehen sich seine südlichen Sterne, die seinen Stachel formen, selbst in der warmen Jahreszeit unseren Blicken. Wir können sie nur von südlichen Beobachtungsorten aus betrachten, wie zum Beispiel im Mittelmeerraum.
Während uns Antares im Osten einen Vorgeschmack auf den Sommer liefert, sind von den typischen Wintersternen im Westen nur noch Kapella im Fuhrmann, Kastor und Pollux in den Zwillingen sowie Prokyon im Kleinen Hund zu erkennen. Kapella wird uns auch über den Sommer und Herbst begleiten, denn sie ist zirkumpolar und sinkt bei uns niemals unter den Horizont. Hoch über unseren Köpfen fährt der Große Wagen über den Himmel. Er lenkt unsere Blicke zum großflächigen Frühlingsdreieck, das aus Regulus im Löwen, Spica in der Jungfrau und Arktur im Bärenhüter geformt wird. Im Nordosten geht mit Wega in der Leier und Deneb im Schwan bereits das Sommerdreieck am Abendhimmel auf – nur auf Atair im Adler müssen wir noch etwas warten.
Sternschnuppen
Freuten wir uns im vergangenen Monat über die Lyriden, zieren im Mai die Eta-Aquariden das Firmament. Sie stammen vom Kometen Halley, dessen Spur aus Staubteilchen die Erde alljährlich im Mai durchquert. Die kosmischen Partikel treffen mit enormer Geschwindigkeit auf die Erdatmosphäre und verglühen. Im Mittelmeerraum und in noch südlicheren Gefilden sind die Eta-Aquariden einer der aktivsten Meteorschauer des Jahres. Bei uns sind die Bedingungen für eine Sichtung leider deutlich eingeschränkter. Bei guter Witterung auf dem abgeschiedenen, dunklen Land sehen wir in „guten Jahren“ bei uns auf der Nordhalbkugel bis zu 30 Objekte in der Stunde. Doch dieses Mal erleuchtet der abnehmende und noch recht volle Mond das Firmament, was die Sichtung der kosmischen Leuchtspuren erschwert. Die Sternschnuppen zieren den Himmel bis zur Monatsmitte mit Maximum am 6. Mai. Ihren Namen verdanken die Eta-Aquariden der lateinischen Bezeichnung ihres Radianten, ihrem scheinbaren Ausstrahlungspunkt. Dieser liegt im Sternbild Wassermann (lat. Aquarius). In Mitteleuropa steigt er leider erst kurz vor der Morgendämmerung über den Horizont, was sich ein weiteres Mal ungünstig auf die Chancen auswirkt, Sternschnuppen zu entdecken.
Malerische Erdscheinnächte
Bei guter Witterung kommen wir in den Genuss der sogenannten Erdscheinnächte, die in den Frühlingsmonaten besonders ausgeprägt sind. Dabei sehen wir nicht nur den schmalen Teil des Mondes, der direkt von der Sonne beleuchtet wird – auch die übrige Mondscheibe erstrahlt in einem fahlen, aschgrauen Licht. Es handelt sich um Sonnenlicht, das von unserem Planeten reflektiert wird: den sogenannten Erdschein. Der Anblick des Sichelmondes ist aktuell also besonders malerisch. Im Mai ist es um den 16. Mai herum so weit, wenn unser Trabant seine Neumondphase erreicht.
Mond und Planeten
In diesem Monat wird die Venus ihrem Ruf als strahlender Abendstern voll und ganz gerecht. Mit ihrem hellen Leuchten ist sie nicht zu übersehen. Am 18. Mai gegen 22:30 Uhr nehmen sie und der Stern Elnath die zierliche Mondsichel in ihre Mitte. Gemeinsam bieten sie uns den wohl schönsten Himmelsanblick des Monats. Nur zwei Abende später entdecken wir die zierliche Mondsichel beim Gasriesen Jupiter. Der Riesenplanet büßt in diesen Wochen einiges an Sichtbarkeit ein. Dafür zeigt sich zum Monatsende langsam wieder sein „kleiner Bruder“ Saturn in der beginnenden Morgendämmerung.
„Mini-Blue-Moon“ zum Monatsende
Am 27. Mai sehen wir den recht vollen Mond beim Frühlingsstern Spica in der Jungfrau. Drei Tage später, am 31. Mai, steht er zum zweiten Mal im Mai in voller Pracht am Himmel. Er befindet sich in Erdferne und gilt daher für einige Menschen als „Mini-Mond“. „Dazu kommt es, weil unser Trabant die Erde alle 27,5 Tage auf seiner elliptischen Bahn umrundet. Seine größte Distanz zu uns beträgt bis zu 406.000 Kilometer, die geringste hingegen nur 356.000 Kilometer. Findet nun ein Vollmond nahe dem erdfernsten Bahnpunkt statt, gilt er umgangssprachlich als ‚Minimond‘ – nahe dem erdnächsten Bahnpunkt als ‚Supermond‘. Doch deswegen nehmen wir keine gravierenden Unterschiede wahr. Aspekte wie zum Beispiel die Horizontnähe spielen eine deutlich wichtigere Rolle dafür, wie prächtig uns der Vollmond erscheint“, erklärt Dr. Voss. „So wirkt ein ‚Supervollmond‘, wie zum Beispiel der kommende ‚Julmond‘ am 24. Dezember, nur etwa 7 Prozent größer und rund 15 Prozent heller als ein durchschnittlicher Vollmond. Betrachten wir hingegen einen ‚Minimond‘, beträgt der Größenunterschied zu einem ‚normalen‘ Vollmond knapp 5 Prozent. Außerdem ist er bis zu 15 Prozent dunkler. Natürlich sind die Übergänge der Mondphasen fließend und wir sehen nie zwei Vollmonde nebeneinander am Himmel. Dies alles erschwert die Wahrnehmung von Unterschieden zusätzlich.“
Der „Minimond“ im Mai ist außerdem ein sogenannter „Blue Moon“. „Leider trägt er diesen Namen nicht etwa, weil er blau am Himmel leuchtet. Seine Farbe ist ganz gewöhnlich. Besonders an ihm ist nur, dass er als zweiter Vollmond innerhalb eines Monats stattfindet. Dieses Phänomen ereignet sich im Schnitt nur alle zweieinhalb Jahre“, sagt Dr. Voss. „Auf diese Seltenheit bezieht sich auch die Namensgebung. Denn die Bezeichnung ist von der englischen Phrase ‚once in a blue moon‘ abgeleitet, was ‚alle Jubeljahre einmal‘ bedeutet.“ Hübsch anzusehen ist er allemal.