Der Himmel im März 2026
Der Sternenpodcast März 2026
Ihr Audioguide für die Sterne. Ob zuhause mit der Sternkarte oder unterwegs unter freiem Himmel - wir führen Sie zu den interessantesten Sternbildern und Himmelsereignissen – jeden Monat neu und kostenlos.
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Dieser Podcast des Planetarium Hamburg wird Ihnen in Zusammenarbeit mit dem Hamburger Abendblatt präsentiert - mit freundlicher Unterstützung unserer Audio-Partner Prime Time Studios und Audio Consulting Group.
„Wurmmond“ am Märzhimmel
Am 3. März erreicht der Mond seine Vollmondstellung. „Meist gaben die Menschen früherer Zeiten dem Vollmond recht malerische Namen. So aber nicht in diesem Monat“, schmunzelt Dr. Voss. „Denn da prangt ein heller ‚Wurmmond‘ an unserem Himmel. Das mag nicht schön klingen, enthält aber eine positive Botschaft. So kündet der Begriff vom nahenden Frühling. Er stammt von nordamerikanischen Naturvölkern, die zu dieser Zeit des Jahres beobachteten, wie sich vermehrt Würmer aus dem aufgetauten Boden gruben und so das Erdreich auflockerten. Eine astronomische Bedeutung hat die Bezeichnung ‚Wurmmond‘ also nicht. Leider besteht auch kein Zusammenhang zur hypothetischen Idee eines Wurmlochs, das wir aus Science-Fiction-Filmen kennen. Wie schön wäre es, solch eine tunnelartige Abkürzung durch die Raumzeit nutzen zu können, um weit entfernte Orte im Universum mit Überlichtgeschwindigkeit zu bereisen!“
Artemis-Mission
Überlichtgeschwindigkeit wäre bei einer Reise zu unserem Nachbarplaneten Mars zwar nicht notwendig. Dennoch stellt eine solche Mission eine große Herausforderung für Forschung, Technik und Mensch dar. Deswegen rückt der vergleichsweise nahe Mond als Übungsobjekt und mögliche Zwischenstation für Expeditionen zum Roten Planeten immer stärker in den Fokus. So plant zum Beispiel die NASA den Aufbau einer langfristigen Mondstation. Dabei stellen die aktuellen Artemis-Missionen einen wichtigen Schritt dar.
Begonnen hat alles mit Artemis I, einer unbemannten Mondumrundung im Jahr 2022. Damals ging es vor allem um den Test der Basis-Funktionen des Raumfahrzeugs und des Raketensystems. Gleichzeitig sollte sichergestellt werden, dass Menschen unversehrt in den Weltraum und wieder zurückreisen können. „Auch die voraussichtlich im April anstehende Artemis-II-Mission ist eine Mondumrundung. Aber seit über 50 Jahren werden endlich wieder Menschen zum Mond reisen. Die vierköpfige Crew wird bei der Umrundung des Mondes so weit von der Erde entfernt sein wie nie ein Mensch zuvor. Während des gesamten Flugs zum Mond und auch bei seiner Umrundung wird die Crew Flugmanöver üben und die Systeme der Orion-Raumkapsel unter realen Bedingungen im Weltraum testen. Dabei geht es vor allem um die Lebenserhaltungssysteme und die Navigation“, erklärt Dr. Voss. Eine Landung auf dem Mond war eigentlich für Artemis III vorgesehen, doch dieser Plan wurde jüngst angepasst und auf spätere Missionen verschoben.
Die SLS-Rakete (Space Launch System) wurde bereits am 17. Januar auf die Startrampe am Kennedy Space Center in Florida gefahren. Doch bevor es losgehen kann, müssen noch viele Tests durchgeführt werden, die sicherstellen, dass sowohl die Rakete als auch die Orion-Raumkapsel einwandfrei funktionieren. Nicht zuletzt hängt das mögliche Startfenster der Mission von der relativen Stellung von Erde und Mond ab. Daher wollen das Timing und die Route gut geplant sein. Der angedachte Start im März wurde kürzlich verschoben. Die nächstmöglichen Reisedaten sind vom 1. bis zum 6. April.
Mond und Frühlingssterne
An unserem Himmel bietet uns der Mond manch hübschen Anblick. Am 6. März sehen wir ihn bei der Jungfrau. Gegen Mitternacht bildet er ein helles Duo mit ihrem bläulichen Hauptstern Spica, der unmittelbar über ihm leuchtet. Gemeinsam mit den hellsten Sternen zweier weiterer Frühlingssternbilder formt die Spica das großflächige Frühlingsdreieck. „Wenn nicht gerade der Mond unsere Blicke lenkt, kann uns der Große Wagen dabei helfen, das Frühlingsdreieck am Firmament auszumachen“, erklärt Dr. Voss. „Folgen wir dem Schwung der Deichsel des ‚Himmelswagens‘, entdecken wir zunächst den roten Riesenstern Arktur im Bärenhüter. Es ist der hellste Stern des Nordhimmels. Rechts unterhalb von ihm funkelt die Spica. Regulus im Löwen sehen wir schließlich weit rechts oberhalb von Spica, direkt unterhalb des Kastens des Großen Wagen.“
Unter dem Löwen, auf halbem Weg zum Südhorizont, funkelt einsam ein Stern zweiter Größenklasse. Es ist Alphard, der Hauptstern im Sternbild Hydra – der Wasserschlange. Die Helligkeit von Sternen wird in Größenklassen von eins bis sechs eingeordnet. Am hellsten erscheinen solche der ersten Kategorie. Alphard ist somit recht auffällig. Sein Name stammt aus dem Arabischen. „Al-fard“ bedeutet hier „der Einsame“. Eine passende Bezeichnung. Funkelt der orangerote Alphard doch recht verloren über dem Südhorizont. Er ist rund 180 Lichtjahre von der Erde entfernt und 400-mal leuchtkräftiger als unsere Sonne. „Die Wasserschlange ist das flächenmäßig größte der heute international gültigen 88 Sternbilder“, sagt Dr. Voss. „Ein kleines Viereck lichtschwächerer Sterne südlich des Krebses bildet den Kopf der Hydra, der auf der Nordhalbkugel des Sternenhimmels gelegen ist. Von dort schlängelt sie sich über Alphard hinaus entlang des Südhorizonts tief in den südlichen Sternenhimmel hinein.“ In ihrer Gänze zeigt sich die Wasserschlange aber erst nach Mitternacht.
Am Morgen des 10. März schickt uns der Sommer einen kleinen Gruß. Denn der Mond hat fast seine Halbmondstellung erreicht und prangt neben dem rötlichen Stern Antares. Bei diesem handelt es sich um den Hauptstern des Sommersternbilds Skorpion, der das Herz des prächtigen Himmelstiers darstellen soll.
Am wohl schönsten Himmelsanblick des Monats ist jedoch ein typischer Winterstern beteiligt: „Am 26. März gegen 21:00 Uhr können wir eindrucksvoll beobachten, wie der zunehmende Halbmond zwischen dem Zwillingsstern Pollux und dem Riesenplaneten Jupiter hindurchwandert“, sagt Dr. Voss. Der Gasriese zieht sich langsam aus der zweiten Nachthälfte zurück. Am Abendhimmel nimmt seine Helligkeit leicht ab, was seinen markanten Auftritt aber nicht beeinträchtigt. Nur die Venus leuchtet heller und wird ihrer Bezeichnung als Abendstern langsam wieder gerecht. Allerdings sinkt sie bereits recht früh unter den Horizont, sodass sie dem Jupiter noch nicht die Show stiehlt. Die beiden Himmelskörper sind im März die einzigen beiden freisichtigen Planeten am Firmament.
Frühlingsanfang
Am 20. März hält der Frühling seinen Einzug auf der Nordhalbkugel. „Dazu kommt es, wenn die Sonne um 15:46 Uhr den Himmelsäquator überquert und ihr Zenitstand von der Süd- auf die Nordhalbkugel wandert. Wir erleben die Tag-und-Nacht-Gleiche, bei der sich die hellen und dunklen Stunden des Tages nahezu überall auf der Welt die Waage halten. Eine Ausnahme bilden die Pole, an denen die Sonne zu dieser Zeit direkt auf dem Horizont steht. Daher kommt es hier zu einem andauernden Sonnenaufgang beziehungsweise Sonnenuntergang“, sagt Dr. Voss. „Anschließend nimmt das Tageslicht bei uns stetig zu und dominiert die dunkle Nacht. Am 29. März stellen wir außerdem unsere Uhren wieder auf mitteleuropäische Sommerzeit (MESZ) um eine Stunde vor. Dies ist üblich, um den längeren Tag noch besser ausnutzen zu können.“
Am gleichen Abend verdeckt der Mond den Frühlingsstern Regulus im majestätischen Himmelslöwen. Dies ist jedoch eher ein kosmisches Schauspiel für das Fernglas – kurz nach Sonnenuntergang bis etwa 22 Uhr MESZ.