Der Himmel im Februar 2026
Der Sternenpodcast Februar 2026
Ihr Audioguide für die Sterne. Ob zuhause mit der Sternkarte oder unterwegs unter freiem Himmel - wir führen Sie zu den interessantesten Sternbildern und Himmelsereignissen – jeden Monat neu und kostenlos.
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Dieser Podcast des Planetarium Hamburg wird Ihnen in Zusammenarbeit mit dem Hamburger Abendblatt präsentiert - mit freundlicher Unterstützung unserer Audio-Partner Prime Time Studios und Audio Consulting Group.
„Schneemond“ und Wintersterne
Mit dem Februar beginnt der letzte volle Wintermonat. Denn im März begrüßen wir bereits den Frühling. Doch am 1. Februar steht noch einmal der runde „Schneemond“ auffällig am Himmel. „In diesem Monat muss man nicht lange überlegen, wie es zu der malerischen Namensgebung kam“, sagt Dr. Björn Voss, Direktor des Planetarium Hamburg. „Mit Astronomie hat der Begriff ‚Schneemond‘ nichts zu tun. Vielmehr gibt er uns einen Eindruck davon, was das Leben der Menschen zu früheren Zeiten prägte. Und das war neben der Natur und bestimmten Bräuchen vor allem auch die Witterung. Als es noch keine modernen Kalender oder Uhren gab, bot der Mond eine gute zeitliche Orientierungshilfe.“
Die typischen Wintersterne haben sich im Februar deutlich in den Westen verschoben. Die helle Kapella im Fuhrmann, der rötliche Aldebaran im Stier, der bläulich-weiße Rigel im Orion, der markante Sirius im Großen Hund, der sonnennahe Prokyon im Kleinen Hund und der orange-rötliche Zwillingsstern Pollux bilden gemeinsam das großflächige Wintersechseck. „In ihrem Umfeld lassen sich viele hübsche Beobachtungsobjekte für das Fernglas oder Teleskop finden, wie zum Beispiel der Orionnebel M42 im Schwertgehänge des Himmelsjägers. Der Emissionsnebel ist rund 1.500 Lichtjahre von uns entfernt. Er besteht aus einer Wasserstoffwolke, in der fortwährend junge Sterne entstehen. Mit dem bloßen Auge sehen wir von ihm nur einen verschwommenen Fleck – und auch das nur auf dem dunklen Land. Aber mit optischen Hilfsmitteln erkennen wir zahlreiche Details wie zum Beispiel Gasfilamente oder Dunkelwolken“, erklärt Dr. Voss. „Einen tollen Anblick bieten auch die Sterngruppen der Hyaden und Plejaden im Stier, die beiden der Erde am nächsten gelegenen sogenannten offenen Sternhaufen. So werden Gruppen von Sternen bezeichnet, die gemeinsam aus derselben kosmischen Gas- und Staubwolke entstanden sind und durch ihre Schwerkraft zusammengehalten werden. Das Licht der Plejaden ist mehr als 400 Jahre zu uns unterwegs. Im Vergleich zu unserer über viereinhalb Milliarden Jahre alten Sonne sind diese nur rund 100 Millionen Jahre zählenden Sonnen fast eine Art ‚Sternenkindergarten‘. Demgegenüber sind die Sterne der Hyaden nur rund 140 Lichtjahre von uns entfernt und mit 600 Millionen Jahren auch älter.“
Erste Frühlingsboten
Im Osten macht sich bereits der nahende Jahreszeitenwechsel bemerkbar. Das Leitsternbild des Frühlings ist der Löwe. Sein heller Stern Regulus sticht in der ansonsten eher unauffälligen Himmelsregion direkt ins Auge. Er befindet sich 79 Lichtjahre von uns entfernt. Am Morgen des 3. Februar bildet dieser sogenannte „Kleine König“ im majestätischen Himmelstier ein leuchtendes Duo mit dem noch sehr prallen Mond. Hoch am Himmel prangen die zu den Wintersternen zählenden Zwillinge. Genau zwischen dem majestätischen Löwen und den Zwillingen steht der lichtschwache Krebs. „Auf dem dunklen Land entdecken wir im Krebs mit bloßem Auge einen schwammigen Lichtfleck. Es ist der offene Sternhaufen Praesepe, lateinisch für Krippe. Manchmal wird diese Ansammlung heller Sterne auch als ‚Bienenkorb‘ bezeichnet“, so Dr. Voss. „Seine Sterne sind wie die Hyaden im Stier gut 600 Millionen Jahre alt. Aufgrund dieser Parallele und ihrer Bewegung im Raum vermuten wir, dass beide Sternhaufen aus derselben kosmischen Wolke stammen.“
Der nahende Frühling zeigt sich auch am zunehmenden Tageslicht. Zum Monatsanfang steigt die Sonne in Hamburg erst um 8:04 Uhr über den Horizont und verabschiedet sich bereits um 17:02 Uhr. Ende Februar ist der Sonnenaufgang schon um 7:09 Uhr und der Sonnenuntergang ereignet sich erst um 17:56 Uhr. Vergleichen wir die Tageslänge, zählen wir zum Monatsende fast zwei helle Stunden mehr. Zur Tag-und-Nacht-Gleiche am 20. März, dem Frühlingsanfang auf der Nordhalbkugel, halten sich Tag und Nacht schließlich wieder die Waage.
Planeten-Highlights
Etwa vom 8. bis zum 25. Februar haben erfahrene Beobachtende die Gelegenheit, in der Abenddämmerung nah über dem Südwesthorizont nach dem scheuen Planeten Merkur Ausschau zu halten. Um ihn zu entdecken, ist neben Erfahrung absolut freie Horizontsicht erforderlich. Außerdem empfiehlt sich der Griff zum Fernglas. Besser sichtbar ist der Ringplanet Saturn, der sich allerdings zum Monatsende vom Nachthimmel verabschiedet. Dafür begrüßen wir zur Monatsmitte den Abendstern Venus zurück am Himmel. Die Venus ist aber noch sehr unauffällig und macht dem Riesenplaneten Jupiter bislang keine Konkurrenz.
Am 18. Februar bietet sich uns der wohl schönste Himmelsanblick des Monats: „Die Venus erhält am westlichen Himmel gegen 18:15 Uhr im dämmrigen Licht des Sonnenuntergangs Besuch von der zierlichen Mondsichel. Oberhalb des Mondes entdecken wir Merkur, während Saturn weiter links leuchtet. Merkur und Saturn sind im noch hellen Dämmerungslicht anfangs nur schwer auszumachen. Erst etwas später, gegen 18:45 Uhr, treten diese beiden Planeten deutlich hervor. Die Mondsichel ist dann bereits untergegangen“, sagt Dr. Voss. „Einen Tag später steht der schmale Mond direkt nach Untergang der Venus neben Saturn. Schräg unter ihnen finden wir mit etwas Glück zudem Merkur knapp über dem Horizont.“
Jupiter bleibt neben dem Mond der auffälligste Himmelskörper am dunklen Firmament. Wir entdecken den Gasgiganten nach Sonnenuntergang hoch im Osten, während er sich zum Monatsende langsam aus der zweiten Nachthälfte zurückzieht. In der Nacht auf den 27. Februar lässt sich eine auffällige Begegnung mit dem zunehmenden Mond beobachten.
Romantische Venus?
Rechtzeitig zum Valentinstag zeigt sich die Venus wieder am Abendhimmel. Wie passend, trägt sie doch bereits seit der Antike den römischen Namen der Göttin der Liebe. Da die „Körperdaten“ der Venus, also Dichte, Größe und Masse, denen der Erde ähneln, sah der Mensch sie lange als „Schwester der Erde“. Dazu kam, dass die dichte Wolkendecke die Oberfläche des Planeten verschleierte. „Da sie sich näher an der Sonne befindet und einen so hübschen Anblick am Himmel bietet, wurde lange darüber spekuliert, dass sie ein paradiesisch schöner und lebensfreundlicher Ort sein könnte. Vielleicht sogar ideal für Liebende?“, schmunzelt Dr. Voss. „Heute wissen wir, dass das absolute Gegenteil der Fall ist. Messungen von der Erde und von Raumsonden beweisen, dass der Planet eher einer Hölle ähnelt. Auf der Oberfläche der Venus herrschen mit gut 470 Grad Celsius heißere Temperaturen als in einem Backofen. Noch dazu besteht die Atmosphäre der Venus fast nur aus giftigen Gasen, darunter Kohlendioxid, Schwefeldioxid und Schwefelsäure.“ Trotzdem ist sie schön anzusehen, wenn sie als Morgen- oder Abendstern an unserem Himmel glänzt.